Ornamentiertes Kapitell mit Spiralvoluten und Blattmotiv an heller Fassade – Isabel Gewecke

SehensWERT

Die Spirale in der Baukunst – Von der spira mirabilis zur Volute

Als Grafikdesignerin arbeite ich gern mit geometrischen Formen. Miteinander kombiniert lassen sich wunderschöne Muster und komplexe Gebilde entwickeln. Für das „Zeichnen“ meiner Architektur-Portraits nutze ich ausschließlich die Grundformen Quadrat, Rechteck, Kreis, Ellipse und Dreieck. Doch es gibt eine Form, deren Konstruktion so herausfordernd ist, dass mein Grafikprogramm dafür glücklicherweise ein eigenes Werkzeug bereitstellt: die Spirale. Davon mache ich immer wieder dankbar Gebrauch, wenn ich historische Fassaden in ein Architektur-Portrait verwandle. Doch in welchen Baustilen spielt die Spirale überhaupt eine Rolle?

Kulturgeschichtlich gesehen ist die Spiralform uralt: Prähistorische Funde zeigen sie als Dekor auf Keramik, als Symbol in Steinwände keltischer Grabmäler geritzt oder als dreidimensionalen Bronzeschmuck. Besonders beeindruckend finde ich das Spiral-Minarett der großen Moschee von Samarra aus dem frühen Mittelalter. Wer – wie ich – dachte, erst die Neuzeit habe gewundene Bauten wie das Guggenheim-Museum in New York oder den Spiral Tower in Panama-Stadt hervorgebracht, wird hier eines Besseren belehrt.

Frau mit kurzem, lockigem Haar sitzt locker mit gekreuzten Armen vor heller Wand – – Foto: Tanja Marotzke.

SehensWERT – Blog

Eine Entdeckungsreise zu Architektur, Design und Kulturerbe.

Hallo! Ich bin Isabel Gewecke, Grafikdesignerin und Spezialistin für Gestaltungen rund um das Thema Kulturerbe.

Ich lade dich ein, mit mir auf Spurensuche zu gehen und die vielen Schätze zu entdecken, die Baumeister, Handwerker und Künstler uns hinterlassen haben. Viel Spaß beim Lesen!

 

2. März 2026